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US-Präsident Donald Trumps Ankündigung zur Aneignung der Straße von Hormus: Völkerrechtliche und ökonomische Implikationen

US-Präsident Donald Trump hat in einer Rede im Bundesstaat New Jersey erklärt, dass er die strategisch bedeutende Meerenge Hormus nach einem Sieg über den Iran zu US-Territorium erklären wolle. Diese Aussage wirft nicht nur völkerrechtliche Fragen auf, sondern hat auch weitreichende Folgen für den globalen Ölhandel. Der folgende Artikel analysiert Trumps Behauptungen, den rechtlichen Status der Meerenge nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) und die ökonomischen Konsequenzen für die weltweiten Energiemärkte.

Trumps Erklärung und die politischen Hintergründe

Bei einem Auftritt in New Jersey sagte Trump: „Sobald wir den Iran besiegt haben – der gerade eine vernichtende Niederlage erleidet -, werde ich die Hormus-Straße zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären.“ Die Ankündigung erfolgte, nachdem die USA bereits ihre militärischen Angriffe gegen den Iran vorübergehend eingestellt hatten. Stattdessen setze Washington nun auf massive Wirtschaftssanktionen: Finanzminister Scott Bessent kündigte an, den Iran einer „Wirtschaftsisolation erleben zu lassen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.“ Vizepräsident JD Vance betonte zudem, dass ein niedriger Ölpreis das oberste Ziel im Krieg sei: „Ich weiß, dass der Ölpreis heute gefallen ist … das ist das oberste Ziel: Öl und Gas für die US-Bürger im ganzen Land günstig zu halten.“

Völkerrechtlicher Status der Straße von Hormus nach UNCLOS

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und misst an ihrer engsten Stelle rund 21 Seemeilen (ca. 39 km). Damit liegt sie vollständig innerhalb der 12-Seemeilen-Hoheitsgewässer von Iran und Oman. Nach UNCLOS Teil III (Art. 37-44) gilt die Meerenge als internationale Meerenge, für die das Recht der Transitdurchfahrt (Transit Passage) gilt. Dieses Recht garantiert freien Durchgang für Handelsschiffe und Kriegsschiffe, schließt jedoch hoheitliche Annexionsansprüche von Drittstaaten kategorisch aus.

  • UNCLOS Teil III (Art. 37-44) – Garantie der ununterbrochenen Transitdurchfahrt.
  • Engste Breite: 21 Seemeilen (ca. 39 km) – beide Anrainerstaaten beanspruchen je 12-Meilen-Zonen (Jahr 2026).

Eine einseitige Erklärung der USA, die Meerenge zu US-Territorium zu machen, widerspricht somit eindeutig dem Völkerrecht und der UN-Charta, die ein Gewalt- und Annexionsverbot festschreibt.

Strategische Bedeutung für den globalen Ölhandel

Vor den jüngsten Konflikten transportierten täglich rund 20 bis 21 Millionen Barrel Rohöl und Erdölprodukte durch die Straße von Hormus – das entspricht mehr als 20 % des weltweiten Ölverbrauchs und etwa einem Viertel des maritimen Öltransports. Zusätzlich fließen etwa 20 % des globalen Flüssigerdgas-Handels (LNG) über diese Route.

  • Durchflussvolumen 2025: 20,7-21,6 Millionen Barrel pro Tag (mb/d) (EIA).
  • Anteil am globalen maritimen Ölhandel: ca. 25 % (2025).
  • Rückgang im 2. Quartal 2026 wegen Blockade: 4,9 mb/d (Bloomberg/EIA).

Alternative Pipelines, wie die East-West-Pipeline in Saudi-Arabien oder die Habshan-Fujairah-Leitung in den VAE, können nur einen Bruchteil des Volumens ersetzen. Eine dauerhafte Schließung lässt sich logistisch nicht vollständig über Land kompensieren.

Risiken und Gegenargumente

Die wichtigsten Gegenargumente zur US-Behauptung lassen sich in zwei Punkte zusammenfassen:

  • Keine völkerrechtliche Anerkennung: Eine Annexion einer internationalen Meerenge außerhalb des eigenen Hoheitsgebiets wird weder von den Vereinten Nationen noch von Partnerstaaten wie Oman anerkannt und verletzt die UN-Charta.
  • Fehlende Umleitungskapazitäten: Bestehende Pipeline-Infrastrukturen können das tägliche Durchflussvolumen von über 20 mb/d nicht ersetzen; ein dauerhafter Ausfall würde die globale Energieversorgung erheblich belasten.

Diese Punkte unterstreichen, warum Trumps Ankündigung nicht nur juristisch, sondern auch ökonomisch riskant ist.

Schnellüberblick:

Wem gehört die Straße von Hormus nach internationalem Recht?

Die Meerenge liegt innerhalb der 12-Seemeilen-Hoheitsgewässer von Iran und Oman. Nach UNCLOS gilt das Recht auf Transitdurchfahrt für die internationale Schifffahrt; kein Drittstaat kann dort hoheitliche Gebietsansprüche geltend machen.

Welche Mengen an Energie passieren die Meerenge regulär?

Zu Friedenszeiten fließen täglich über 20 Millionen Barrel Rohöl und Mineralölprodukte sowie rund 20 % des weltweiten Flüssigerdgases (LNG, v. a. aus Katar) durch die Wasserstraße.

Wie stark hat die Blockade im zweiten Quartal 2026 den Durchfluss reduziert?

Der geschätzte Durchfluss sank auf etwa 4,9 Millionen Barrel pro Tag, ein Rückgang von mehr als 75 % gegenüber dem normalen Niveau.

Welche wirtschaftlichen Ziele verfolgt die US-Regierung?

Finanzminister Scott Bessent strebt eine bislang nie dagewesene wirtschaftliche Isolation des Iran an, während Vizepräsident JD Vance die Senkung des Ölpreises für US-Bürger als oberstes Ziel im Konflikt bezeichnet.

Quellen