Die schwarz-rote Koalition unter Kanzler Friedrich Merz befindet sich in einer beispiellosen Stimmungskrise. Mehrere unabhängige Meinungsforschungsinstitute zeigen ein historisch niedriges Vertrauen der Wählerinnen und Wähler – sowohl für die Union als auch für die SPD. Der Trend wird besonders deutlich im INSA-Sonntagstrend, im ZDF-Politbarometer und im Vergleich zu den amtlichen Wahlergebnissen von 2025. Gleichzeitig nähern sich die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, bei denen die AfD bereits jetzt mit deutlichen Mehrheiten in den Umfragen auftritt.
Aktuelle Umfragewerte der Union und SPD im INSA-Sonntagstrend
Der aktuelle INSA-Sonntagstrend für die „Bild“-Zeitung zeigt einen dramatischen Rückgang der beiden Regierungsparteien:
- Union (CDU/CSU): 20 % (Minus 1 Punkt, niedrigster Wert seit Oktober 2021)
- SPD: 12 % (stabil)
- AfD: 28 % (stabil, Vorsprung von 8 Punkten gegenüber der Union)
- Grüne: 13 %
- Linke: 12 % (plus 1 Punkt)
- FDP: 5 %
Zusammen erreichen CDU/CSU und SPD nur noch 32 % der Befragten, während AfD und Linke zusammen bereits 40 % erreichen. INSA-Chef Hermann Binkert kommentierte die Lage deutlich:
„Nur noch jeder Sechste sei mit der Arbeit von Kanzler und Bundesregierung zufrieden. Die Unterstützung sei so gering und die Ablehnung so hoch wie noch nie.“
Vergleich mit den Wahlergebnissen von 2025
Die offiziellen Zweitstimmenergebnisse der Bundestagswahl im Februar 2025 lieferten für die Union (CDU 22,6 % + CSU 6,0 % = 28,5 %) und die SPD (16,4 %) zusammen 44,9 % der Stimmen. Der aktuelle Sonntagstrend von nur noch 32 % bedeutet einen Verlust von fast 13 Prozentpunkten innerhalb von rund anderthalb Jahren – ein Rückgang, der die Regierungsmehrheit ernsthaft gefährdet.
- Bundestagswahlergebnis 2025 – Union: 28,5 %
- Bundestagswahlergebnis 2025 – SPD: 16,4 %
- Aktueller Sonntagstrend 2026 – Union + SPD: 32 %
- Verlust gegenüber 2025: ca. 13 Prozentpunkte
Unzufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz und der Bundesregierung
Das ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen bestätigt die hohe Unzufriedenheit:
- Unzufriedenheit mit Kanzler Merz (INSA): 78 % (2026)
- Unzufriedenheit mit Kanzler Merz (ZDF-Politbarometer): 70 % (Juli 2026)
- Negative Bewertung der Regierungsarbeit (ZDF-Politbarometer): 68 % (2026)
Ein Auszug aus dem ZDF-Politbarometer lautet:
„Rund 68 % der Wahlberechtigten bewerten die Regierungsarbeit von Schwarz-Rot negativ, 70 % äußern Unzufriedenheit über die Amtsführung von Friedrich Merz.“
Auswirkungen auf die ostdeutschen Landtagswahlen 2026
Die Schwäche der Union und SPD wirkt sich unmittelbar auf die anstehenden Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern aus. In den Flächenländern erreicht die AfD bereits Mehrheiten, die stabile Koalitionen erschweren:
- Sachsen-Anhalt (Pollytix-Umfrage, August 2026): AfD 43 %
- Mecklenburg-Vorpommern (INSA-Umfrage, August 2026): AfD 36 %
- Berlin (INSA-Umfrage, vor der Wahl am 20. September 2026): CDU 20 %, Linke 19 %, AfD 17 %, Grüne 16 %, SPD 15 %
Die hohen AfD-Werte über 35 % in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zeigen, dass die Regierungsparteien ohne breite Allianzen kaum Mehrheiten bilden können.
Risiken und Gegenargumente
- Umfragen sind keine Wahlergebnisprognosen: Demoskopische Erhebungen bilden lediglich die politische Stimmung zum Erhebungszeitpunkt ab und weisen typische Fehlertoleranzen von zwei bis drei Prozentpunkten auf.
- Entkopplung von Bundestrend und Landespolitik: Bei Landtagswahlen können landesspezifische Themen, lokale Spitzenkandidaten und Amtsinhaberboni den bundesweiten Abwärtstrend teilweise abfedern oder verstärken.
Schnellüberblick:
Wie groß ist der tatsächliche Wählerverlust von Schwarz-Rot seit der Bundestagswahl 2025?
Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 erzielten Union (28,5 %) und SPD (16,4 %) zusammen 44,9 % der Stimmen. Mit aktuell 32 % im Sonntagstrend verliert das Bündnis rechnerisch knapp 13 Prozentpunkte und liegt weit entfernt von einer parlamentarischen Mehrheit.
Bestätigen auch andere Meinungsforschungsinstitute die schwachen Werte der Bundesregierung?
Ja. Auch Erhebungen wie das ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen weisen seit Monaten eine deutliche Mehrheit von rund zwei Dritteln der Befragten aus, die die Arbeit der Regierung und von Kanzler Friedrich Merz negativ beurteilen.






