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US-Genehmigung für den Re-Export von ATACMS, M270-Raketenwerfern und Streumunition aus türkischen Altbeständen an die Ukraine

Die USA haben im Jahr 2026 die Genehmigung erteilt, ein umfangreiches Waffenpaket aus türkischen Altbeständen an die Ukraine weiterzuleiten. Das Paket umfasst 70 ATACMS-Kurzstreckenraketen, zwölf M270-Mehrfachraketenwerfer, über 2 500 Stück ungelenkte M26-Raketen (227 mm) mit DPICM-Streumunition sowie 47 000 Artilleriegranaten des Typs M509A1 (203 mm) – alles zusammen im Wert von 283 Millionen US-Dollar. Der Transfer stärkt Kiews Artillerie- und Präzisionsschlagkraft, stellt aber die diplomatischen Beziehungen zwischen Ankara, Washington und Moskau auf eine harte Probe.

Strategischer Hintergrund und technische Details

Der Deal ist Teil einer umfassenden Modernisierung der türkischen Rüstung, bei der das gesamte verbliebene M270-Arsenal (12 Systeme) ausgemustert wird, um Mittel für neue Eigenentwicklungen, etwa von Roketsan, freizusetzen. Die Abwicklung erfolgt über ein Konsortium türkischer Staatsbetriebe (MKE, ASFAT) in Zusammenarbeit mit bulgarischen Partnern und US-Logistikfirmen.

Technische Spezifikationen der ATACMS (M39-Variante)

  • Reichweite: 165 km (ballistische Kurzstreckenrakete mit Trägheitsnavigation, Stand 2026)
  • Submunitionen pro Rakete: 950 M74-Splittermunitions-Bomblets
  • Modellbezeichnung: M39 (Block I/MGM-140A)

Die 70 gelieferten ATACMS ermöglichen präzise Treffer tief hinter den Frontlinien und ergänzen das bereits vorhandene US-Raketensystem der Ukraine.

M270-Mehrfachraketenwerfer und DPICM-Munition

  • Bestand Türkei: 12 komplette Systeme (vollständige Abgabe 2026)
  • Ungelenkte M26-Raketen (227 mm) mit Streumunition: 2 524 Stück
  • Artilleriegranaten (203 mm M509A1) mit DPICM: 47 000 Geschosse
  • Enthaltene explosive Submunitionen im Gesamtpaket: über 10 Millionen Stück

Die M509A1-Granaten sind kompatibel mit den sowjetischen 2S7-Pion-Geschützen, die seit Kriegsbeginn an einem akuten Munitionsmangel leiden.

Militärische Wirkung für die Ukraine

Die Kombination aus langer Reichweite der ATACMS und der schweren 203-mm-Granaten erweitert die Feuerkraft der ukrainischen Streitkräfte erheblich. Die 203-mm-Munition füllt eine kritische Versorgungslücke für das 2S7-Pion-Geschütz, das weltweit nur begrenzt verfügbar ist.

Taktische Bedeutung der 203-mm-Munition

„Die Ukraine betreibt schweres 203-mm-Artilleriegeschütz des sowjetischen Typs 2S7 Pion, für das weltweit kaum noch Munition verfügbar ist; die M509A1-Geschosse füllen diese kritische Versorgungslücke unmittelbar auf.“

Einfluss der ATACMS auf die Frontlinien

Mit einer Reichweite von rund 165 km können die ATACMS Ziele tief im rückwärtigen Gebiet der russischen Truppen treffen, was die ukrainische Fähigkeit zur Präzisionsschlagkraft hinter den Frontlinien stärkt.

Politische und diplomatische Reaktionen

Der Deal hat in Moskau heftige Gegenreaktionen ausgelöst. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete das Paket als „tödliche Güter“ und sprach von einer „weiteren Büchse der Pandora“, die geöffnet worden sei.

„Das Vollpumpen der Selenskyj-Junta mit Waffen wird den Verlauf der militärischen Spezialoperation in keiner Weise maßgeblich beeinflussen oder gar von dem von Russland verfolgten, rechtmäßigen Szenario abbringen“, erklärte Sacharowa in einer Stellungnahme, die von der Staatsagentur TASS zitiert wurde.

In den USA muss das 283-Millionen-Dollar-Paket vom Kongress innerhalb von 30 Tagen bestätigt werden, sonst verfällt die Genehmigung. Der US-Kongress hat das Vorhaben bereits im Congressional Record dokumentiert, wobei die Prüfungsklauseln die humanitären Risiken adressieren.

Für Ankara bedeutet das Geschäft nicht nur eine finanzielle Einnahme, sondern auch einen Balanceakt zwischen NATO-Bündnistreue und der Wahrung einer Vermittlerrolle gegenüber Russland, die durch die russischen Drohungen bezüglich möglicher Konsequenzen für Getreideabkommen im Schwarzmeerraum belastet wird.

Humanitäre Bedenken und Risiken

Menschenrechtsorganisationen warnen vor den langfristigen Gefahren der über zehn Millionen enthaltenen Submunitionen, die zum Teil aus US-Lizenzfertigungen der späten 1980er-Jahre stammen. Das Blindgängerrisiko sei hoch und gefährde Zivilisten über Jahrzehnte hinweg.

„Human Rights Watch fordert den US-Kongress auf, den Transfer türkischer Cluster-Munitions nach-Ukraine zu blockieren, weil die Blindgängerrate aus den 1980er-Jahren besonders hoch ist“, heißt es in einer Mitteilung von Nicole Widdersheim (HRW, 2026).

Schnellüberblick:

Wie groß ist das Waffenpaket insgesamt?

Das Paket hat ein Vertragsvolumen von 283 Millionen US-Dollar und umfasst 70 ATACMS-Raketen, 12 M270-Mehrfachraketenwerfer, 2 524 ungelenkte M26-Raketen (227 mm) mit DPICM und 47 000 Artilleriegranaten (203 mm M509A1) ebenfalls mit DPICM.

Welche taktische Bedeutung hat die 203-mm-Munition für Kiew?

Sie ermöglicht den Einsatz des schweren 2S7-Pion-Geschützes, das bislang an einem kritischen Munitionsmangel litt, und stärkt damit die ukrainische Langstrecken-Artillerie.

Welche humanitären Risiken birgt das Paket?

Die enthaltenen über zehn Millionen Submunitionen bergen ein hohes Blindgängerrisiko, das Zivilisten über Jahrzehnte gefährden kann.

Quellen