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Technische Rezession in Deutschland – Auswirkungen auf den Aktienmarkt

Die deutsche Wirtschaft befindet sich laut aktuellen Analysen in einer technischen Rezession, was sich bereits in zwei aufeinanderfolgenden negativen Wachstumsquartalen niederschlägt. Diese Situation wirkt sich direkt auf den Aktienmarkt aus: Gewinnprognosen für den DAX wurden stark nach unten korrigiert, der Export – ein zentraler Pfeiler der Wertschöpfung – macht fast 40 % des Bruttoinlandsprodukts aus und ist damit besonders anfällig für globale Handelskonflikte. Investoren müssen die Entwicklungen genau beobachten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Was bedeutet eine technische Rezession für Deutschland?

Eine technische Rezession liegt vor, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. In Deutschland zeigten das vierte Quartal 2022 und das erste Quartal 2023 negative Wachstumsraten, was die Definition erfüllt.

Aktuelle Wirtschaftsdaten: Wachstumsraten und Exportabhängigkeit

Wachstumsrate 2023

  • Metric: Wachstumsrate
  • Wert: -0,1 %
  • Jahr: 2023
  • Hinweis: Viertes Quartal 2022 und erstes Quartal 2023 hatten negative Wachstumsraten.

Exportanteil am BIP

  • Metric: Exportanteil an BIP
  • Wert: 39,4 %
  • Jahr: 2022
  • Hinweis: Der Anteil des Exports am Bruttoinlandsprodukt in Deutschland.

Der Export ist damit ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Wie die Deutsche Bundesbank betont, macht er rund 40 % der gesamten Wertschöpfung aus und erhöht die Anfälligkeit gegenüber internationalen Unsicherheiten wie dem Brexit oder dem Zollstreit zwischen den USA und China.

Gewinnprognosen für den DAX und Marktstimmung

Analysten haben die Gewinnschätzungen für den DAX bereits kräftig reduziert. Die aktuelle Prognose liegt bei 852 Indexpunkten für das Jahr 2023, verglichen mit 918 Indexpunkten vor drei Monaten.

„Vor drei Monaten lagen die 2019er-Gewinnschätzungen noch bei 918 Indexpunkten, aktuell sind es 852“, erklärt Norbert Betz, Leiter der Handelsüberwachung an der Handelsplattform Gettex.

Betz fügte hinzu, dass Analysten ähnlich wie in Osteuropa, Japan und Asien mit einer Gewinnrezession rechnen. Zusätzlich wird das DAX-KGV von rund 13 als „gut bezahlt“ bezeichnet, wodurch wenig Spielraum für Enttäuschungen bleibt. Etwa die Hälfte der DAX-Mitglieder wird bereits rückläufige Ergebnisse erwarten.

  • Gewinnprognosen DAX 2023: 852 Indexpunkte (Reduktion gegenüber 918 Indexpunkten)
  • KGV 2020-Erwartung: ca. 13
  • Erwartungen: 1021 → 975 Indexpunkte für das kommende Jahr (noch immer +14 % Wachstum)

Risiken und mögliche Gegenkräfte

Die aktuelle Lage birgt mehrere Risiken:

  • Handelskonflikte – insbesondere der anhaltende Zollstreit zwischen den USA und China.
  • Brexit-Unsicherheiten, die die Exportabhängigkeit zusätzlich belasten.
  • Schwacher privater Konsum und Dienstleistungen, die im Vergleich zu den USA eine geringere Rolle spielen.
  • Ein schwächerer Euro – im dritten Quartal war der Euro gegenüber dem Dollar etwa vier Prozent schwächer als im Vorjahreszeitraum.

Dennoch gibt es Hinweise auf mögliche positive Entwicklungen, sofern sich die Wirtschaftsindikatoren stabilisieren oder verbessern.

Chancenorientierte Anlagealternativen

Einige Analysten sehen trotz der widrigen Lage Chancen in bestimmten Aktien, die ein Überraschungspotenzial bieten.

  • BASF (WKN MF7MWJ) – von Morgan Stanley als attraktiv für längere Sicht bewertet.
  • Daimler – Gewinnschätzungen wurden nach unten korrigiert, könnte aber bei einer Erholung stark profitieren.
  • Deutsche Bank – ebenfalls stark nach unten korrigiert, birgt jedoch Potenzial für Kursgewinne bei einer Trendwende.
  • RWE, Munich Re, Linde und VW – hier wurden die Schätzungen nach oben angepasst, was auf positive Marktstimmung hindeutet.

Investoren könnten moderat gehebelte Turbos nutzen, um von den erwarteten Kursbewegungen zu profitieren, sollten sie jedoch das erhöhte Risiko im Blick behalten.

Schnellüberblick:

Was ist eine technische Rezession?

Eine technische Rezession liegt vor, wenn eine Volkswirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft.

Warum ist der Export wichtig für die deutsche Wirtschaft?

Der Export ist essenziell, da er einen signifikanten Anteil an der wirtschaftlichen Wertschöpfung hat und somit Arbeitsplätze und Investitionen sichert.

Wie stark wurden die Gewinnprognosen für den DAX reduziert?

Die Gewinnprognosen wurden von 918 Indexpunkten auf 852 Indexpunkte gesenkt – ein deutlicher Rückgang innerhalb von drei Monaten.

Welche Risiken könnten die Erholung der deutschen Wirtschaft behindern?

Handelskonflikte, Brexit-Unsicherheiten, ein schwacher Euro und ein zurückgehender privater Konsum sind die wichtigsten Risikofaktoren.

Welche Aktien bieten laut Analysten Überraschungspotenzial?

BASF, Daimler, Deutsche Bank, RWE, Munich Re, Linde und VW werden als Kandidaten mit möglichem Aufwärtspotenzial genannt.

Quellen