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Epidemiologische Trends zu Impfungen in Europa

Der Impfstatus von Kindern in der WHO-Europaregion ist ein zentraler Indikator für die öffentliche Gesundheit. Aktuelle Zahlen zeigen sowohl Fortschritte als auch alarmierende Rückgänge, die die Planung von Impfkampagnen und die Entwicklung von Gesundheitsstrategien maßgeblich beeinflussen.

Impfstatus von Kindern in der WHO-Europaregion

Nach Angaben von WHO und UNICEF ist die Zahl der völlig ungeimpften Kinder im vergangenen Jahr gesunken, doch bleibt das Ausmaß der Unter- und Fehlimpfung hoch. Im Jahr 2022 fehlten noch 566.000 Kindern jeglicher Impfschutz, während 258.000 Kinder nur unzureichend geschützt waren. In Deutschland geben die Organisationen 21.000 gar nicht geimpfte Kinder an.

Die WHO-Europaregion umfasst 53 Länder, darunter die Türkei, Turkmenistan und Israel. Die Hälfte der völlig ungeimpften Kinder lebt in nur vier Ländern:

  • Kasachstan
  • Türkei
  • Großbritannien
  • Aserbaidschan

Entwicklung der Masernimpfquote in der EU

Die Masernimpfquote ist ein besonders sensibler Indikator, weil Masern eine hochinfektiöse Krankheit darstellen. Laut einem Bericht der Europäischen Gesundheitsbehörde sank die Impfquote für die erste Dosis der Masern in den EU-Staaten von 94 % im Jahr 2019 auf 91 % im Jahr 2022. In der gesamten WHO-Europaregion lag die Rate 2022 bei 92 %, ebenfalls ein Rückgang gegenüber 94 % im Jahr 2019.

Dieser Trend ist besorgniserregend, da er die Wahrscheinlichkeit von Ausbrüchen erhöht und das Vertrauen in Impfprogramme erschüttert.

Einfluss von Falschinformationen auf die Impfbereitschaft

Eine Studie von Nature aus dem Jahr 2021 zeigte, dass 15 % der Befragten durch Falschinformationen in sozialen Medien von Impfungen abgehalten wurden. Diese Erkenntnis verdeutlicht, wie stark digitale Desinformation die Impfbereitschaft beeinflussen kann.

Der WHO-Generaldirektor betonte die Gefahr solcher Fehlinformationen:

Impfstoffe haben in den letzten fünf Jahrzehnten mehr als 150 Millionen Menschenleben gerettet.“ – Tedros Adhanom Ghebreyesus

Die WHO fordert daher verstärkte Aufklärungskampagnen, um die Verbreitung von Fehlinformationen zu eindämmen.

Regionale Unterschiede und besonders betroffene Länder

Während die Impfquoten für Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (Pertussis) in der gesamten Europaregion 2022 noch bei 94 % lagen, war 2019 ein Wert von 96 % verzeichnet. Dieser leichte Rückgang spiegelt ähnliche Muster wie bei Masern wider.

In Deutschland liegt die HPV-Impfquote bei 55 % der Mädchen, ein Wert, der zwar über dem regionalen Durchschnitt liegt, jedoch laut WHO weiterhin als unzureichend gilt.

Bedeutung von Entwicklungshilfen für Impfprogramme

Entwicklungshilfen sind häufig entscheidend für die Durchführung von Impfkampagnen in ärmeren Regionen. Der Rückgang von Entwicklungshilfen wird von den UN-Organisationen als ein Risiko identifiziert, das die Impfprogramme weiter verschärfen könnte.

Schnellüberblick:

Welche Impfungen sind für Kinder am wichtigsten?

Zu den wichtigsten Impfungen gehören Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Masern, die alle bereits in den ersten Lebensjahren verabreicht werden.

Wie hat sich die Masernimpfquote in der EU entwickelt?

Sie sank von 94 % im Jahr 2019 auf 91 % im Jahr 2022.

Wie stark beeinflussen Falschinformationen die Impfbereitschaft?

Eine Studie aus dem Jahr 2021 ergab, dass 15 % der Befragten durch Falschinformationen von Impfungen abgehalten wurden.

Wie viele Kinder sind in der WHO-Europaregion völlig ungeimpft?

Im Jahr 2022 waren es 566.000 Kinder.

Quellen