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Aktuelle Planung der Multifunktionsarena im Zuge von Hamburgs Olympia-Bewerbung

Hamburg bereitet sich intensiv auf die mögliche Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele vor. Im Zentrum der Diskussion steht die geplante Multifunktionsarena, die nicht nur als neues Heimstadion für den Hamburger SV (HSV) dienen, soll, sondern auch als Veranstaltungsort für Großevents wie Konzerte, American-Football und mögliche Leichtathletik-Wettkämpfe während der Olympischen Spiele. Die Entscheidung über dieses Projekt hat weitreichende sportliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Implikationen.

Machbarkeitsstudie und aktuelle Planungsstände

Eine umfassende Machbarkeitsuntersuchung für die neue Arena ist bereits im Gange. Laut einem Sprecher des Olympia-Projekts soll die Studie unabhängig von den Olympischen Spielen durchgeführt werden und private Investoren mit einbeziehen.

  • Die Untersuchung wird von dem HSV in Auftrag gegeben, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Stadions zu prüfen.
  • Erste öffentliche Aussagen deuten darauf hin, dass sich die Machbarkeitsstudie aufgrund der finanziellen Lage bis 2024 verzögern könnte.
  • Die Stadt Hamburg plant, als Hauptinvestor und Betreiber aufzutreten, während private Kapitalgeber die Finanzierung ergänzen sollen.

„Ich finde, die Verantwortung für unsere Generation, für die HSV-Familie bedingt, dass wir uns auch darüber Gedanken machen: Ist unser Stadion dann noch wettbewerbsfähig 2040, 2050?“ betont HSV-Finanzvorstand Eric Huwer (Deutsche Presse-Agentur, Mai).

Geplante Stadionkapazität und Vergleich zum Volksparkstadion

Die neue Multifunktionsarena soll bis zu 70.000 Zuschauer fassen – ein signifikanter Anstieg gegenüber dem derzeitigen Volksparkstadion mit einer Kapazität von 57.000 Zuschauern (Stand 2023).

  • Neue Arena: 70.000 Sitzplätze, flexibel für verschiedene Sport- und Kulturveranstaltungen.
  • Volksparkstadion: 57.000 Sitzplätze, derzeit laufende Renovierungsarbeiten.

Die größere Kapazität soll Hamburg ermöglichen, internationale Top-Sportereignisse wie ein Champions-League-Finale oder ein Leichtathletik-Event im Rahmen der Olympischen Spiele auszurichten.

Finanzierungskonzept – Stadt und private Investoren

Die Finanzierung des Projekts soll durch eine Kombination aus städtischen Mitteln und privaten Investoren erfolgen. Der Sportsenator Andy Grote erklärte: „Es wäre sicher sinnvoll, bei der Realisierung in einer Gesellschaft breiter aufgestellt zu sein. Die Stadt wäre natürlich dabei. Aber wir wollen auch hanseatische Mitkapitalgeber gewinnen, sich hier zu engagieren.“

  • Städtischer Finanzierungsbeitrag: 200 Millionen Euro (geplant für 2024).
  • Einbindung privater Kapitalgeber zur Risikominimierung und zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung.
  • Der HSV soll die neue Arena nicht geschenkt erhalten, sondern eine Pacht zahlen.

Die geplante Struktur soll langfristig stabile Einnahmen für die Stadt und die Investoren generieren, wobei die Pachtmodelle und mögliche Einnahmen bereits in Gesprächen sind.

Wirtschaftliche Auswirkungen der Olympia-Bewerbung

Ein Bericht des Wirtschaftsinstituts Hamburg prognostiziert für die Olympischen Spiele 2036 einen erwarteten wirtschaftlichen Nutzen von rund 4 Milliarden Euro. Diese Zahl bezieht sich auf gesteigerte Tourismus- und Wirtschaftsentwicklung, die durch die Ausrichtung der Spiele und die neue Infrastruktur ausgelöst werden soll.

„Ja, wir brauchen in Hamburg ein neues Stadion“, betont Steffen Rülke, Leiter der Hamburger Olympia-Bewerbung, im Radio Hamburg. Die Kombination aus einer modernen Arena und der Olympiabewerbung soll Hamburg als attraktiven internationalen Standort stärken.

Kritische Stimmen und Risiken

Gegen das Projekt gibt es mehrere Einwände, die vor allem die Kostenaufteilung und die Notwendigkeit eines Neubaus betreffen:

  • Kritik an der Kostenaufteilung: Die Initiative „NOlympia Hamburg“ warnt, dass die Stadt möglicherweise Finanzmittel in das Stadion investiert, die nicht im Olympiabudget enthalten sind.
  • Langfristige Nutzung des Volksparkstadions: Befürworter argumentieren, dass das bestehende Stadion bis 2051 weiter betrieben werden kann, wodurch ein Neubau infrage gestellt wird.

Eckart Maudrich, Sprecher von NOlympia Hamburg, kritisierte: „Im Gegensatz zum 31. Mai letzten Jahres sagt er jetzt, die Stadt will hier ein Stadion bauen und sucht noch Partner. Letztes Jahr hieß es noch, da soll ein Stadion stehen und ein privater Partner soll es finanzieren. Insofern ist unser Risiko hier schon eingetreten, dass die Stadt mit Finanzmitteln dort reinbuttern wird.“ (dpa)

Nutzungspotenziale der neuen Multifunktionsarena

Die geplante Arena soll weit über den Fußball hinaus ein breites Veranstaltungsspektrum abdecken:

  • Internationale Fußball- und Leichtathletik-Wettkämpfe (inkl. temporärer Umbauten für Leichtathletik während der Olympischen Spiele).
  • Konzerte und kulturelle Großereignisse.
  • American-Football-Spiele.
  • Kongresse, Messen und andere Großveranstaltungen.

Durch diese Vielseitigkeit wird die Arena zu einem dauerhaften Wirtschaftsfaktor für Hamburg, auch nach Abschluss der Olympischen Spiele.

Schnellüberblick:

Wie wird das neue Stadion finanziert?

Die Finanzierung soll durch eine Kombination aus städtischen Mitteln (geplante 200 Millionen Euro) und privaten Investoren erfolgen. Der HSV wird das Stadion pachten, während die Stadt Hamburg als Hauptinvestor und Betreiber auftritt.

Welche Veranstaltungen sind für die neue Arena geplant?

Die Arena ist für Fußball, Leichtathletik (temporär während der Olympischen Spiele), Konzerte, American-Football, Champions-League-Finale, Kongresse und weitere Großveranstaltungen vorgesehen.

Quellen