Die Entwicklung autonomer, unbemannter Unterwasserfahrzeuge (UUVs) gewinnt weltweit an Bedeutung. Für die Sicherheit kritischer maritimer Infrastrukturen, militärische Anwendungen und die wachsende Nachfrage nach effizienten Überwachungslösungen spielt das Kieler Werftunternehmen ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) eine Vorreiterrolle. Mit dem MUM-Demonstrator und dem staatlich geförderten MUM2-Projekt demonstriert TKMS technologische Fortschritte, wirtschaftliche Tragfähigkeit und die Fähigkeit, komplexe Klassenvorschriften zu erfüllen.
MUM-Demonstrator – Meilenstein für autonome Unterwasserfahrzeuge
Der MUM-Demonstrator (Modifiable Underwater Mothership) ist ein 25 Meter langes und sieben Meter breites autonomes U-Boot, das von TKMS entwickelt wird. Der norwegische Prüfkonzern DNV verlieh dem Projekt ein „Approval in Principle“ (AiP) – ein weltweit erster Erfolg für ein deutsches Unternehmen im Bereich autonomer, unbemannter Wasserfahrzeuge. „TKMS ist es damit als erstem deutschen Unternehmen gelungen, Design und Entwicklung für ein autonomes unbemanntes Wasserfahrzeug auf Basis der Klassenvorschriften durch ein AiP bestätigen zu lassen“, betont das Unternehmen.
Der Demonstrator soll Ende 2026 erstmals in See stechen und in speziell entwickelten Szenarien erprobt werden. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Kundenprogramme zu überführen und die Serienreife der nächsten Generation autonomer U-Boote zu sichern.
Technologische Fortschritte: KI und Sensorik in autonomen U-Bootsprojekten
Moderne Künstliche Intelligenz (KI) und fortschrittliche Sensortechnologien werden zunehmend in die Entwicklung autonomer U-Boote integriert. 2023 zeigt sich ein steigender Trend bei der Integration von KI in U-Boot-Projekte, was die Navigation, Entscheidungsfindung und Sicherheit unter Wasser deutlich verbessert. „In der Fachwelt gilt die Einhaltung der Klassenvorschriften als eine der anspruchsvollsten Hürden in der Entwicklung autonomer maritimer Systeme“, erklärt Christian Rogge, Head of Operating Unit Submarines bei TKMS. „Das AiP markiert einen wichtigen Meilenstein, der die Kompetenz unserer Teams über Engineering, Produktion sowie Projektmanagement hinweg bestätigt und die Grundlage für eine ganze Generation autonomer unbemannter Wasserfahrzeuge von TKMS bildet.“
Wirtschaftliche Bedeutung und Marktprognosen für UUVs
- Marktwert UUVs 2028: 5,4 Milliarden USD (Prognose)
- Auftragsbestand TKMS 2023: > 20 Milliarden EUR
- Beschäftigte bei TKMS 2023: 9 100 Menschen
Der globale Markt für unbemannte Unterwasserfahrzeuge wird bis 2028 voraussichtlich auf etwa 5,4 Milliarden USD anwachsen. Diese Zahlen verdeutlichen das wachsende Interesse und die Investitionen in diesen Technologiebereich, insbesondere durch staatliche Akteure. TKMS profitiert von dieser Dynamik: Der Auftragsbestand liegt 2023 bei mehr als 20 Milliarden Euro, und das Unternehmen beschäftigt über 9 100 Fachkräfte, davon rund 3 300 in der größten deutschen U-Boot-Werft in Kiel.
Projekt MUM2 – Staatlich gefördert und breit vernetzt
Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt MUM2 wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. TKMS koordiniert den Projektverbund, dem neben der EvoLogics GmbH auch die Universität Rostock, die TU Berlin, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Fraunhofer-Institut FKIE angehören. Ziel ist die Entwicklung autonomer, unbemannter U-Boote, die kritische Infrastruktur überwachen und gegnerische U-Boote aufspüren können.
- Projektpartner: EvoLogics GmbH, Universität Rostock, TU Berlin, DLR, Fraunhofer-Institut FKIE
- Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
- Geplanter Testbeginn: Ende 2026
Herausforderungen bei der Entwicklung autonomer U-Boote
Technologische Hürden stellen eine zentrale Herausforderung dar. Die Einhaltung strenger Klassenvorschriften, die Integration zuverlässiger KI-Algorithmen und die Entwicklung robuster Sensorik erfordern umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsressourcen. Verzögerungen können den Zeitrahmen für die Markteinführung neuer Modelle verlängern.
- Komplexe Klassenvorschriften
- Robuste KI- und Sensorintegration
- Langfristige Test- und Zertifizierungsphasen
Schnellüberblick:
Was ist der MUM-Demonstrator?
Der MUM-Demonstrator ist ein 25 Meter langes autonomes U-Boot-Projekt von TKMS, das auf die Sicherheit kritischer Infrastrukturen abzielt.
Wie unterstützt die KI-Integration die U-Boot-Entwicklung?
Die steigende Integration von Künstlicher Intelligenz verbessert Navigation, Entscheidungsfindung und Sicherheit, wodurch autonome Unterwasserfahrzeuge effizienter und zuverlässiger operieren können.






