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Habecks Bilanz: Deutsche Gasabhängigkeit und wachsende geopolitische Risiken in der Arktis

Ein großer Gasspeicherturm steht im Hintergrund, während ein Messgerät mit niedriger Anzeige und rostige Ventile im

Im Rückblick auf die Gasnotlage des Jahres 2022 zeigt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, wie stark Deutschland von politischen Weichenstellungen und von einer stark von Russland abhängigen Energieversorgung abhängig war. Die dramatischen Zahlen zu Speicherfüllständen, den sogenannten „Mondpreisen“ und die beschleunigte Erwärmung der Arktis liefern ein eindeutiges Bild: Fehlende Wachsamkeit kann zu unmittelbaren Versorgungsengpässen und langfristigen geopolitischen Risiken führen.

Ernste Lage der deutschen Gasspeicher im Frühjahr 2022

Die Speicherstände erreichten historische Tiefstwerte. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) lag der strategisch wichtige Gasspeicher Rehden, zuvor von Gazprom kontrolliert, im Frühjahr 2022 bei lediglich 2 % seiner Kapazität. Der Gesamtfüllstand aller deutschen Gasspeicher fiel auf unter 25 %. Diese Zahlen belegen, dass Deutschland ohne staatliche Intervention einen gravierenden Versorgungsengpass hätte erleiden können.

  • Füllstand Gasspeicher Rehden: 2 % (vor staatlicher Treuhänderschaft, 2022) – Quelle S2
  • Gesamtfüllstand aller Speicher: < 25 % (Frühjahr 2022) – Quelle BMWK 2022
  • Importanteil russischer Pipeline-Gas vor Kriegsbeginn: 55 % (2021) – Quelle S1

Habeck betont: „Das habe ich bis heute nicht klarkriegen können, warum er es nicht im März gemacht hat … denn dann wären wir wirklich, auf gut Deutsch, im Arsch gewesen.“

Finanzielle Belastungen durch Notkäufe – die „Mondpreise“

Um die Speicher bis zum Winter zu füllen, griff die Bundesregierung zu staatlichen Einkaufsverordnungen. An der Spotbörse wurden Gaspreise von bis zu 314 € – 340 € pro Megawattstunde erreicht – ein Preis, der mehr als das Zehnfache des Vorjahres lag. Diese „Mondpreise“ verursachten erhebliche Verluste, die später über Umlagen auf Verbraucher und Netzbetreiber weitergegeben wurden.

  • Spitzenpreis THE/Thüga im Sommer 2022: 314 €/MWh (August 2022) – Quelle S3
  • Preisband während Notstandskäufe: 314 – 340 €/MWh – Quelle Thüga 2023

Habeck erklärte im Podcast „Bengalos im Bundestag“: „Stattdessen habe Deutschland die Zeit genutzt, um für ‚Mondpreise‘ Gas einzukaufen.“

Arktische Erwärmung und geopolitische Implikationen

Eine Studie in *Communications Earth & Environment* belegt, dass die Arktis seit 1979 bis 2022 fast viermal schneller erwärmt ist als der globale Durchschnitt. Das Abschmelzen des Eises eröffnet neue Schifffahrtswege und steigert das Interesse von Großmächten an den dort liegenden Rohstoffvorkommen.

  • Arktische Erwärmungsrate: 3,8 – 4-fach schneller als globaler Mittelwert (1979-2022) – Quelle S4
  • Folgen: Potenzielle militärische und seerechtliche Konflikte, stärkere Präsenz Russlands und der NATO

Habeck warnt: „Die Erwärmung der Arktis führt zu veränderten Seezufahrtsbedingungen und Ressourcenpotenzialen. Länder wie Russland stärken dort ihre Truppen, während NATO-Mitglieder verstärkt Kontrollen einsetzen.“

Politische Fehlentscheidungen – Kritik an früheren Regierungen

Im Rahmen seiner Buchtour mit dem Titel *Arctic Meltdown – Die Neuvermessung der Welt* kritisierte Habeck die Vorgängerregierungen, insbesondere die Russland-Politik unter Gerhard Schröder und Angela Merkel. Er wirft ihnen vor, Russland langfristig zu erpressen, indem kritische Infrastrukturprojekte wie Nord Stream nur als Wirtschaftsvorhaben betrachtet wurden.

Zitat aus dem Podcast: „Wenn die energieintensive Wirtschaft, die von Gas aus Russland profitiert hat, sich heute über hohe Energiepreise beschwert, muss man hart sagen: ‚Ihr habt uns in diese Falle auch ein Stück weit reingequatscht‘.“

Weiterhin bemängelte er, dass Merkel die Gefahr der russischen Erpressbarkeit unterschätzt habe: „Nur Deutschland, Österreich und die Tschechische Republik haben gesagt: ‚Nee, das stimmt nicht. Ihr habt alle Unrecht, wir machen das.'“

Habeck stellte außerdem klar, dass Russland die Arktis als Erweiterung seines Festlands ansieht und bereits vor einem Jahrzehnt seine Nordflotte modernisierte, während die USA Grönland seit dem Zweiten Weltkrieg als strategischen Verteidigungsring betrachten.

Schnellüberblick:

Wie leer waren Deutschlands Gasspeicher im Jahr 2022?

Im Frühjahr 2022 lag der Gesamtfüllstand unter 25 %. Der strategisch wichtige Speicher Rehden war nur zu 2 % gefüllt.

Was waren die finanziellen Folgen der „Mondpreise“ im Gasnotstand?

Die Bundesnetzagentur musste Gas zu Preisen zwischen 314 € und 340 € pro Megawattstunde kaufen, was zu erheblichen Verlusten führte, die später über Umlagen refinanziert werden mussten.

Warum erwirbt die Arktis militärische Bedeutung?

Durch die beschleunigte Erwärmung öffnen sich Seewege und Ressourcenpotenziale, was zu einer verstärkten militärischen Präsenz Russlands und kontrollierenden Aktionen der NATO führt.

Quellen