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Mutmaßlicher rassistischer Terroranschlag in Trappes und La Verrière – Verlauf, Täter und Reaktionen

Am 23. Oktober 2026 erschoss ein bewaffneter Mann aus einem Fahrzeug heraus an mehreren Stellen in den Gemeinden Trappes und La Verrière, Département Yvelines, gezielt Personen mit farbiger Herkunft. Die Tat kostete eine 26-jährige Person das Leben und hinterließ fünf weitere Verletzte, darunter ein zwölfjähriges Mädchen in kritischem Zustand. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft (PNAT) nahm den Vorfall als rassistisch motivierten Terroranschlag auf, während die Sicherheitsbehörden den Täter nach einer etwa 15-minütigen Amokfahrt auf der RN 10 bei Coignières festnahmen.

Präzisierung des Tathergangs, Tatorte und eingesetzte Waffe

Der Schütze eröffnete um 10:30 Uhr das Feuer an mehreren aufeinanderfolgenden Orten. Zunächst zielte er im Square Pergaud in Trappes, wo das 26-jährige Todesopfer erschossen wurde. Anschließend feuerte er an einer Tankstelle in Trappes und später in La Verrière, unter anderem vor einer Apotheke im Viertel Bois de l’Étang und in der Rue Marcel Rivière. Die gesamte Schussserie dauerte rund 15 Minuten, bis die Brigade anti-criminalité (BAC) den Täter auf der Nationalstraße RN 10 bei Coignières stoppte.

Ermittelt wird, dass der Angreifer eine historische Sten-MK-II-Maschinenpistole aus dem Zweiten Weltkrieg einsetzte – eine vollautomatische Kriegswaffe der Kategorie A, die nach französischem Waffenrecht besonders streng geregelt ist.

Hintergründe zum Tatverdächtigen und Einsatz des RAID in Plaisir

Der festgenommene Tatverdächtige, Kevin T., 39 Jahre alt, wohnte in der benachbarten Gemeinde Plaisir. Laut Staatsanwaltschaft war er viermal wegen allgemeiner Delikte im TAJ-Register (Tribunal d’Instruction) vermerkt, jedoch nicht als extremistischer Gefährder bei den Nachrichtendiensten (DGSI/RT) gelistet.

Bei einer nächtlichen Durchsuchung seiner Wohnung wurde eine Sprengfalle entdeckt: drei Gasflaschen, verkabelt mit einer Zeitschaltuhr, wurden als potenzielle Sprengvorrichtung gesichert. Der Einsatz der Spezialeinheit RAID und von Minenräum-Teams führte zur kompletten Evakuierung des Mehrfamilienhauses. Die Sprengfalle konnte entschärft werden, ohne dass Personen zu Schaden kamen.

Konkreter Zustand der Opfer und medizinische Notversorgung

Von den fünf Verletzten befanden sich drei in akuter Lebensgefahr (“Urgence absolue”). Dazu gehörte das zwölfjährige Mädchen, das auf offener Straße von mehreren Projektilen getroffen wurde, sowie ein Mann, der an der Tankstelle verletzt wurde. Die beiden übrigen Verletzten erhielten psychologische Sofortbetreuung.

Die schwerstverletzten Personen wurden umgehend in die Pariser Spezialklinik Hôpital Necker geflogen, wo das zwölfjährige Mädchen einer Notoperation unterzogen wurde. Das 26-jährige Todesopfer wurde am Square Pergaud erschossen. Insgesamt erlitt die Gemeinschaft ein schweres Trauma mit einer Toten- und fünf Verletten-Bilanz.

Reaktionen von Politik und Gesellschaft

“Was wir heute miterlebt haben, ist objektiv gesehen ein Anschlag mit rassistischem, wahrscheinlich islamophobem Hintergrund”, erklärte Trappes-Bürgermeister Ali Rabeh. Der Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete die Tat als “terroristische Tat” und betonte, dass die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft wegen der rassistischen Motive eingeschaltet sei.

Präsident Emmanuel Macron äußerte sich tief erschüttert und sah in dem Vorfall einen “Wendepunkt” für Frankreich. Er verurteilte die Tat als rassistischen Terroranschlag. Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete die Ereignisse als “sehr ernst” und versicherte den Einsatz aller verfügbaren Mittel durch Sicherheits- und Justizbehörden.

Der muslimische Dachverband CFCM rief die muslimischen Bürger zu äußerster Wachsamkeit auf. Die Stadt Trappes kündigte an, eine Anlaufstelle für psychologische Betreuung einzurichten, um den Opfern und Zeugen langfristige Unterstützung zu bieten.

Schnellüberblick:

Welche Waffe nutzte der Angreifer?

Ermittlerkreisen zufolge feuerte der Schütze mit einer vollautomatischen Sten-MK-II-Maschinenpistole aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die als Kriegswaffe der Kategorie A eingestuft ist.

Warum übernahm die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft den Fall?

Die Parquet national antiterroriste (PNAT) stufte die Attacke als rassistischen Terrorakt ein, da der Schütze gezielt Personen ethnischer Minderheiten ins Visier nahm und seine Wohnung mit einer Zeitschaltuhr-Sprengfalle gesichert hatte.

War der Täter den Behörden als Gefährder bekannt?

Der 39-jährige Kevin T. hatte zwar vier Vorstrafen wegen allgemeiner Kriminalität, war den Inlandsgeheimdiensten (DGSI) jedoch nicht als politisch-religiöser Extremist registriert.

Quellen