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Hintergründe zur Hyperglobus-Personalie und Ablauf der Moskau-Reise

Ein massiver Eichentisch mit einer gerollten Pergamentrolle, einer deutschen und einer russischen Flagge in einem

Am 8. Oktober 2026 traf der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu dessen 74. Geburtstag in Moskau. Das Treffen war nicht nur ein persönlicher Besuch, sondern gleichzeitig der Auftakt zu Schröders neuem wirtschaftlichen Engagement in Russland: Er wurde am 30. September 2026 in den Aufsichtsrat der Supermarktkette Hyperglobus berufen. Der Vorfall wirft ein Licht auf die anhaltenden Beziehungen zwischen westlichen Ex-Politikern und dem Kreml, trotz der durch die Ukraine-Krise verschärften Isolationsstrategien des Westens.

Hintergrund des Treffens am 74. Geburtstag von Wladimir Putin

Der Kreml veröffentlichte über Telegram Fotos, die zeigen, wie Putin und Schröder die Hand schütteln. In der Mitteilung hieß es: „Der Präsident lud seinen alten Freund ein, zu ihm zu kommen.“ Die Bildveröffentlichung stellt das private Treffen in den Kontext einer freundschaftlichen Beziehung, die seit Jahren besteht. Ein früherer Vorschlag Putins, Schröder als Vermittler im Ukraine-Konflikt einzusetzen, wurde von den EU-Staaten abgelehnt, verdeutlicht jedoch die strategische Bedeutung, die der Kreml der Person Schröders beimisst.

Schröders neues Aufsichtsratsmandat bei Hyperglobus

Hyperglobus, die in Russland tätige Supermarktkette, war bis Anfang 2025 Teil des deutschen Globus-Konzerns. Im Januar 2025 erfolgte die juristische und organisatorische Entflechtung; das Unternehmen befindet sich seitdem im Privatbesitz von Thomas Bruch, einem Vertreter der Globus-Eigentümerfamilie. Die Gesellschafter der Hyperglobus GmbH wählten Schröder am 30. September 2026 in das Kontrollgremium, um die strategische Entwicklung und Unternehmensführung in Russland zu begleiten (dpa-AFX 2026).

  • Datum der Berufung: 30. September 2026
  • Rechtliche Entflechtung: Januar 2025
  • Eigentümer: Thomas Bruch

Ablauf des Moskauer Besuchs am 7. Oktober 2026

Am Vormittag des 7. Oktobers besuchte Schröder in Begleitung seiner Ehefrau eine Filiale von Hyperglobus im westlichen Teil Moskaus. Vor den Mitarbeitenden verwies er auf seine frühere Berufsausbildung als Einzelhandelskaufmann und sagte lachend: „Ich bin auch Kollege.“ Die Angestellten begrüßten ihn mit Applaus, was in einer Meldung der ZEIT (2026) dokumentiert ist. Direkt im Anschluss an den Filialbesuch fand das private Treffen mit Putin statt, das vom Kreml schnell als Symbol der anhaltenden Freundschaft publiziert wurde.

Kontext: Russische Wirtschaftspolitik und Schröders frühere Mandate

Der Eintritt Schröders in die Hyperglobus-Aufsichtsratsspitze erfolgt vor dem Hintergrund eines verschärften Kurses Moskaus gegen westliche Unternehmen. Marken wie Metro und Auchan standen unter erheblichem Druck. Schröder selbst zog sich nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Mai 2022 von seinen Aufsichtsratspositionen bei Rosneft zurück und lehnte eine Nominierung für den Aufsichtsrat von Gazprom ab. Damit markierte das neue Mandat bei Hyperglobus die erste bedeutende Rückkehr in ein russisches Unternehmensgremium seit diesem Rückzug.

  • Rückzug aus Rosneft-Aufsichtsrat: Mai 2022
  • Verzicht auf Gazprom-Nominierung: Mai 2022
  • Amtszeit als Bundeskanzler: 1998 – 2005

Kritische Einschätzungen und Gegenargumente

Beobachter identifizieren zwei zentrale Kritikpunkte:

  • Kreml-Narrativ der Spontaneität: Die offizielle Darstellung, Putin habe erst am Morgen aus den Medien von Schröders Anwesenheit erfahren, wird als gezielte PR-Strategie gewertet, um ein freundschaftliches Bild in westlichen Medien zu erzeugen.
  • Sanktionsfreiheit des Lebensmittelsektors: Während der Lebensmittelhandel weitgehend von EU-Sanktionen ausgenommen ist, untergräbt die Besetzung einer Führungsposition durch einen ehemaligen deutschen Regierungschef die diplomatische Isolationsstrategie des Westens gegenüber Moskau.

Schnellüberblick:

Was war der offizielle Grund für Gerhard Schröders Aufenthalt in Moskau?

Schröder reiste anlässlich seines neuen Mandats im Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft Hyperglobus nach Moskau und besuchte dort am 7. Oktober 2026 eine Supermarktfiliale im Westen der Stadt.

Gehört Hyperglobus noch zur deutschen Globus-Gruppe?

Nein, das russische Geschäft wurde im Januar 2025 juristisch und organisatorisch von der deutschen Holding abgetrennt. Es verblieb im Privatbesitz von Thomas Bruch, einem Vertreter der Globus-Eigentümerfamilie.

Hatte Schröder seit Beginn des Krieges 2022 weitere Posten in Russland inne?

Schröder trat im Mai 2022 von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender beim russischen Staatsölkonzern Rosneft zurück und lehnte eine Nominierung für den Aufsichtsrat von Gazprom ab; der Einstieg bei Hyperglobus ist sein erstes neues Aufsichtsratsmandat in Russland seither.

Quellen